Deutscher Gewerkschaftsbund

22.02.2019

Streikvorhersage durch Künstliche Intelligenz?

Start Up-Unternehmen im Fokus

Automatisierte Software und Künstliche Intelligenz (KI) eröffnen neue Geschäftsfelder. Mehrere Start Ups bieten Unternehmen Software an, mit denen diese unter anderem Streiks in globalen Lieferketten vorhersehen können.

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GewerkschafterInnen nutzen weltweit Social Media, um Mitglieder und Beschäftigte zu vernetzen und zu kommunizieren. Dass dies nicht nur positive Folgen haben kann, zeigen verschiedene Software-Projekte die Streiks vorhersagen wollen. Ein Beispiel ist das österreichische Unternehmen prewave. Hervorgegangen ist das Start Up aus dem Umfeld der Technischen Universität Wien. Mit einer maschinell durchgeführten Analyse von Daten aus sozialen Netzwerken will das Start up vorhersagen, wann in einer globalen Lieferkette ArbeiterInnen streiken. In einem Beitrag auf netzpolitik.org erklärte die Gründerin des Unternehmens, „dass Streiks meist sehr deutliche öffentliche Signale für unzufriedenstellende Arbeitsbedingungen sind.“ Da dabei meist viele Menschen beteiligt sind, seien diese Signale auch in Social-Media-Daten deutlich erkennbar.

KI wertet Social Media-Daten aus

Hier dockt prewave an und liest unter anderem Tweets auf Twitter aus. Anders als in Deutschland ist Twitter in anderen Ländern weitverbreitet und wird auch von ArbeiterInnen als Kommunikationstool genutzt. Wenn diese sich nun öffentlich über Missstände im Job austauschen, liest prewave mit und kann mit den Daten berechnen, ob und wann es zu einem Streik kommt. Als Beispiel nennt das Unternehmen einen achtzehn Tage im Voraus vorhergesagten Hafenarbeiterstreik in Indonesien. Darüber hinaus verspricht die Firma, weitere Risiken entlang der Lieferkette vorhersagen zu können. Gibt es politische Unruhen, Korruptionsvorwürfe oder Klagen? Auf all diese Fragen will das Start Up eine Antwort geben. In einem youtube-Video stellt die Gründerin zusammen mit einem Angestellten des Logistik-Konzerns Maersk die Vorzüge der Software dar.

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KI zur Streikvorhersage: Ausgeglichenen Nutzung der Daten?

Mit einem selbstdefinierten Verhaltenskodex will das Start up Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. „Wir nutzen nur öffentliche Daten, geben die Identitäten der User nicht preis und streben aktiv nach einer ausgeglichenen Nutzung der Daten, indem wir mit NGOs kooperieren“, wird die Gründerin zitiert. Klar ist aber, dass die digitale Vorhersage von Streiks vor allem die Beschäftigten schwächt und Unternehmen stärkt.


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