Deutscher Gewerkschaftsbund

11.05.2020
Corona-Pandemie

Kampf gegen Verschwörungstheorien

Studie zu Youtube, WhatsApp und Co.

Seit Beginn der Corona-Pandemie verbreiten sich Verschwörungstheorien im Internet. Behörden warnen vor einer Gefahr durch Falschmeldungen. Urheber sind häufig rechte Hetzer oder Newsportale, die aus dem Ausland gesteuert werden. Ihr Ziel: Sie wollen Unruhe und Misstrauen stiften.

Smartphone, Whatsapp

DGB/prykhodov/123Rf.com

Wir zeigen, wie man mit Betroffenen spricht. Fake News im Internet sind nicht neu. Bereits 2015, als tausende Menschen nach Europa geflüchtet sind oder vor großen nationalen Wahlen, gab es Fluten von Falschmeldungen im Internet. Nun scheint die Corona-Pandemie wieder für eine neue Welle an Verschwörungstheorien zu sorgen.

Gezielt werden Ängste geschürt, um Zweifel an Staat, Wissenschaft und Medien zu säen. So warnen Verschwörungstheoretiker etwa vor einer Impfung gegen das Coronavirus. Als Feindbild wird der US-Milliardär und Gründer von Microsoft Bill Gates dargestellt. Er und seine Frau wollen, so lautet eine Variante, eine neue Weltherrschaft aufbauen. Angeblich beteiligt sind die Weltgesundheitsorganisation und die Bundesregierung.

Falschmeldungen: Youtube ist häufigste Quelle

Eine Analyse der Medienplattform correctiv.org zeigt nun, wie sich diese und andere Falschmeldungen millionenfach verbreiten. Seit Mitte März konnten LeserInnen des Portals Inhalte und Links einreichen, bei denen sie einen Faktencheck für nötig hielten. Das Ergebnis: Vor allem das Videoportal YouTube war Quelle, der Messengerdienst WhatsApp war Verbreitungskanal von Falschmeldungen. Von den insgesamt 1400 geprüften Inhalten stammen 45,8 Prozent aus YouTube-Videos. Auf dem zweiten Platz liegen Webseiten und Blogs mit 30,6 Prozent, gefolgt von Facebookseiten mit 16,6 Prozent.

Youtube

Als Verbreitungskanal taucht vor allem WhatsApp auf. So geben 34 Prozent an, dass ihnen eine Falschmeldung per Nachricht zugeschickt wurde. 28,8 Prozent kamen auf Facebook in Kontakt mit Fake News. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Landesanstalt für Medien NRW glauben 81 Prozent der Menschen in Deutschland, bereits im Internet auf Desinformation zum Coronavirus gestoßen zu sein.

Mittlerweile verbreiten sich Falschmeldungen zu Covid-19 nicht nur national. Zum Beispiel wurden Whatsapp-Nachrichten mit der Behauptung, man solle immer seine Schuhe vor der Haustür ausziehen, weil das Coronavirus daran hafte, in Deutschland, Irland, und Kroatien verschickt. Und die falsche Behauptung, alle 15 Minuten einen Schluck Wasser zu trinken verhindere eine Infektion, kursierte auf Whatsapp in Deutschland und Spanien und auf Facebook in Litauen, Kroatien und den Philippinen.

Verschwörungstheorie: Angst vor der „Neuen Weltordnung“

Sollten KollegInnen, Freunde oder Verwandte abwegige Theorien zu Covid-19 verbreiten, sollte man das Gespräch suchen. So geht es erstmal herauszufinden, warum die Person Thesen über eine vermeintliche Verschwörung glaubt, sagen MedienexpertInnen. Dann sollte man herausfinden, wie stark die Verschwörungstheorie bereits verfangen hat. Zum Beispiel, wenn die Person von einem kollektiven „Wir“ spricht, das sich gegen „die“ stellt. Häufig geht es um eine verborgene Elite, die vermeintlich im Hintergrund die Fäden zieht. Die Vorstellung deutet auf eine „Neue Weltordnung“ hin.

Fachleute raten, die Verschwörungsgläubigen für ihre Ansichten nicht auszulachen. Vielmehr sollte man die Thesen und Newsquellen durch Nachfragen analysieren. Es geht vor allem darum, den Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln, dass sie sich andernfalls im Verschwörungsglauben verschaffen. Zudem lohnt es sich immer auf Webseiten zu recherchieren, die aktuelle Falschmeldungen untersuchen, den Ursprung recherchieren und Gegenargumente liefern. Dazu gehören unter anderem die Webseiten correctiv.org und mimikama.at.

 


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